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Märchen und Musik in der Galerie: Daniela Petermann und Peter Pilger
Foto: Ulrich Schröder

Erzählen ist in

26. Mai 2017

Fabelfrühling in Hamm – Lesezeichen 06/17

Es ist heiß an diesem Samstag in der Hammer Fußgängerzone. Da tut es besonders gut, sich ab und zu eine Verschnaufpause in einer der Lokalitäten zu gönnen, die sich am 13. Mai entlang der „Straße der Märchen“ die ErzählerInnen ins (Kauf-)Haus geholt haben… Neben drei Warenhäusern beteiligen sich sechs Einzelhandelsgeschäfte und eine Galerie an der Aktion im Rahmen des „FabelFrühlings“, der – je nach Ambiente des Auftrittsorts – eine ganz eigene Atmosphäre in die Läden zu bringen vermag. Während dies in größeren Häusern nur bedingt möglich ist und die vorgetragenen Geschichten ihre Magie höchstens als Kontrapunkt zum Einkaufstrubel entfalten können, gelingt es an einigen der zehn Stationen, den jeweiligen Ort stimmig zu inszenieren. So nimmt in der Buchhandlung Akzente (Oststraße 13) die professionelle Erzählerin Tanja Schreiber im Wechsel mit Flöten- und Geigenmusik von Tanja Prill das Publikum mit auf eine betörende Reise ins Land der Märchen und Geschichten samt edlem Prinzen und verzauberter Prinzessin. Den erzählerischen Schlusspunkt setzt ein grimmscher Sterntalerregen, der an diesem Tag – hoffentlich nicht nur symbolisch – auch der Spendenaktion „Erzähler ohne Grenzen“ für Traumatisierte in Krisengebieten zugutekommt.

Eine weitere Station in der Fußgängerzone, wo der Fabelfrühling erfolgreich Einzug hält, ist die Buchhandlung Halota (Weststraße 11): Sabine Schütze lässt dort kulinarische Träume auch für die ungeliebten Kinder dieser Gesellschaft wahr werden, als sie in punktgenauer Interaktion mit ihrer musikalischen Begleiterin Claudia Jaehner (Klarinette) die Mähr vom „Tischlein deck dich“ inszeniert. Der Höhepunkt dieses Fabelfrühlingstags ist jedoch ziemlich genau auf der Mitte der Märchenstraße zu erleben: Die im Februar frisch eröffnete Lokalität „Galerie & Genuss“ (Martin-Luther-Straße 11) bietet eine kulinarisch-künstlerische Melange, in die sich Peter Pilgers Gesang zur Gitarre sowie Daniela Petermanns inspirierender Vortrag zweier gleichnishafter Märchen aus Indien sowie aus der Feder des argentinischen Autors Jorge Bucay atmosphärisch stimmig einfügen. Chapeau!

Ulrich Schröder

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