Bad Santa
USA 2003, Laufzeit: 91 Min., FSK 12
Regie: Terry Zwigoff
Darsteller: Billy Bob Thornton, Tony Cox, Brett Kelly, Lauren Graham, Lauren Tom, Bernie Mac, John Ritter, Ajay Naidu, Alex Borstein, Cloris Leachman
Eine solche "Klamotte" war von Terry Zwigoff nicht gerade zu erwarten. Der mehrfach ausgezeichnete Regisseur machte bislang mit ganz anderen Filmen von sich reden: 1994 überraschte er Kritik und Publikum mit dem großartigen Dokumentarfilm "Crumb" über Robert Crumb, die Ikone des US-amerikanischen Underground-Comics – der Film war seiner Zeit der dritterfolgreichste Dokumentarfilm aller Zeiten. Auch sein nächster Film, der Spielfilm "Ghost World", hatte mit Comics zu tun, handelte es sich doch um die gelungene Adaption von Daniel Clowes gleichnamigen Comic um das Leben zweier Mädchen in den öden Suburbs der USA. Clowes wird auch Co-Autor seines nächsten Films "Art School Confidential" sein.Bad Santa, sein aktueller, von den Coen-Brüdern produzierter Film, hat mit Comics nicht am Hut, es sei denn man charakterisiert die dort gezeigten Übertreibungen als 'comichaft'. Billy Bob Thornton weiß als trunksüchtiger, fluchender und nicht zuletzt krimineller Weihnachtsmann zu überraschen. Spaß an der Übertreibung wird er beim Dreh gehabt haben: wenn er nicht versoffen in Bars rumhängt, sieht man den von ihm verkörperten Willie Stokes entweder fluchend mit kleinen Rotzlöffeln auf dem Schoß oder hintenüberkippend in seiner eigenen Kotze versinkend. Die zunächst verbalen, dann zunehmend körperlicher werdenden Gefechte zwischen Thornton und seinem kleinwüchsigen Partner Tony Cox sind herrlich derbe. Wenn sich dann noch der 8jährige Brett Kelly als der unbeirrt an den Weihnachtsmann glaubende Thurman zu diesem ungleichen Paar gesellt, ist das an Absurdität kaum zu überbieten. Es ist etwas gemein, aber Kelly kassiert als kleiner, dicker, rothaariger Junge alleine schon mit seinem Aussehen reichlich Lacher. Wenn er dann noch in unnachahmlicher Beharrlichkeit wider alle Bösartigkeiten des Gegenübers mit treudummem, bewegungslosem Gesichtsausdruck Stokes anstarrt, ist das an Komik kaum zu überbieten. Trotz aller Exzentrik gibt es aber auch bei Zwigoff eine Art Happy-End – es ist ja schließlich ein Weihnachtsfilm.
(Christian Meyer)
Arbeitskampf und Dekolonisation
Das IFFF 2025 in Dortmund und Köln – Festival 04/25
Amazon-Bond & beyond
007 ist zum Streaming-Start freigegeben – Vorspann 03/25
Opferbereit gegen das System
Dokumentarfilm „Algier – Hauptstadt der Revolutionäre“ im Essener KWI – Film 02/25
Früher war mehr Kino
Führung durch die Essener Ausstellung „Glückauf – Film ab!“ für trailer-Leser:innen
Aus unterschiedlichen Galaxien
Im Februar starten Biopics über Bob Dylan und Maria Callas – Vorspann 02/25
Ungeschönt aufs Leben blicken
32. blicke-Filmfestival in Bochums Endstation Kino – Film 01/25
Parthenope
Start: 10.4.2025
Ernest Cole: Lost and Found
Start: 17.4.2025
Oslo Stories: Liebe
Start: 17.4.2025
Quiet Life
Start: 24.4.2025
Toxic
Start: 24.4.2025
Volveréis – Ein fast klassischer Liebesfilm
Start: 1.5.2025
Oslo Stories: Träume
Start: 8.5.2025
Wenn das Licht zerbricht
Start: 8.5.2025
Zwischen Helden- und Glückssuche
Die Kinotrends des Jahres – Vorspann 01/25
Schund und Vergnügen
„Guilty Christmas Pleasures: Weihnachtsfilme“ im Filmstudio Glückauf Essen – Foyer 12/24
Mission: Impossible – The Final Reckoning
Start: 21.5.2025
Oslo Stories: Sehnsucht
Start: 22.5.2025
Das Kanu des Manitu
Start: 14.8.2025
„Das Ruhrgebietspublikum ist ehrlich und dankbar“
Oliver Flothkötter über „Glückauf – Film ab!“ und Kino im Ruhrgebiet – Interview 12/24
Besuchen Sie Europa
Die Studie Made in Europe und ihre Folgen – Vorspann 12/24
Tron: Ares
Start: 9.10.2025
Hagener Bühne für den Filmnachwuchs
„Eat My Shorts“ in der Stadthalle Hagen – Foyer 11/24
Ruhrgebietsfilmgeschichte erleben
„Glückauf – Film ab!“ im Essener Ruhr Museum
Zermürbte Gesellschaft
choices preview zu „Critical Zone“ im Odeon – Foyer 11/24