Der Maschinist
Spanien/USA 2003, Laufzeit: 101 Min., FSK 16
Regie: Brad Anderson
Darsteller: Christian Bale, Jennifer Jason Leigh, Aitana Sanchez-Gijon, John Sharian, Michael Ironside, Larry Gilliard Jr., Reg E. Cathey, Anna Massey, Matthew Romero Moore, Craig Stevenson
Trevor arbeitet in einer Fabrikhalle an Maschinen, nachts besucht er die Flughafen-Bar und die Prostituierte Stevie. Als er einen Arbeitsunfall verschuldet, beginnen die Ereignisse außer Kontrolle zu geraten. Verbissen sucht Trevor nach einer Erklärung.Ausgefeilter Psycho-Horror.Schon in seinem ? in Deutschland weniger bekannten ? Film "Session 9" verschrieb sich Regisseur Brad Anderson dem Genre des Psycho-Horrors und hat sich damit als Meister dieses Fachs bewährt. Während "Session 9" jedoch eher naturalistische Stilelemente aufweist, zeigt "Der Maschinist" eine kalte artifizielle Welt. Dunkle Arrangements wechseln mit neongreller Helligkeit und rufen eine unwirtliche Atmosphäre hervor, in der sich in den hart beleuchteten Gesichtern psychologische Abgründe auftun. 30 Kilogramm soll Christian Bale für die Rolle des Trevor Reznik abgenommen haben, aber man glaubt es erst, wenn man es mit eigenen Augen gesehen hat. Abgemagert bis auf die Knochen verleiht er der Figur gerade durch die Physis einen besonderen Charakter. Das eingefallene Gesicht zeigt Erschöpfung, aber auch krankhaften Ehrgeiz, der dem ausgemergelten Körper trotzdem Kraft zu verleihen scheint. Die Figur des Trevor Reznik trägt typisch kafkaeske Züge. In der albtraumhaften Welt, die nach absonderlichen Regeln zu funktionieren scheint, reagiert die Figur nicht mit Hysterie, sondern (er)findet eine Erklärung und Strategie, nach der sie vorgeht und damit erst die Absurditäten legitimiert. Trevor versucht durch analytische Vorgehensweise wie ein Besessener seine Innenwelt mit der Außenwelt zu verbinden und Kontrolle über die Ereignisse zu erlangen. Der Film lässt den Zuschauer im Dunkeln tappen, indem er Trevors Blickwinkel einnimmt und dadurch die Grenzen zwischen Traum und Wirklichkeit verschwimmen lässt. Ständig wird die Frage aufgeworfen, ob Trevor tatsächlich Opfer einer Verschwörung sein könnte oder sich sein eigener Wahnsinn materialisiert und ihn von der Außenwelt isoliert hat. "Der Maschinist" lässt sich bestimmt mit der albtraumhaften Welt des David Lynch vergleichen, aber er lässt niemanden in deren bodenlosen Abgrund fallen. Da ist Anderson doch mehr Hitchcock, zieht den Spannungsbogen entlang der Psyche der Figuren und löst am Ende alles mit einer effektvollen Entschleierung auf.
(Alexandra Kaschek)
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