Die Reihe „Über Leben!“ des Literaturbüro Ruhr hat einen starken politischen Charakter, setzt sie sich doch mit einer gefühlt sich ständig zuspitzenden Konfliktlage in allen Ecken der Welt auseinander. Nur folgerichtig ist es daher, auch einen ausgewiesenen Polit-Journalisten einzuladen, der von einigen dieser Krisenherde etwas versteht, und den man angesichts seiner Biografie getrost als Weltbürger bezeichnen kann. Die Rede ist von Hasnain Kazim. Der Sohn indisch-pakistanischer Eltern wuchs in Niedersachsen auf, ging als Spiegel-Korrespondent nach Pakistan und in die Türkei und arbeitet derzeit in dieser Rolle heute in Wien. Zum Glück belässt er es nicht dabei, seine vielfältigen Eindrücke und Erfahrungen auf Zeitungspapier und Webseiten auszudrücken, sondern schreibt darüber hinaus spannende und reflektierte Bücher. Nach „Plötzlich Pakistan“ (dtv 2015) gibt er in „Krisenstaat Türkei“ (DVA 2017) seine Einschätzung der Lage im Erdoğan-Land ab, das er 2014 aus Sicherheitsgründen verließ, nachdem Drohungen und Anfeindungen gegen seine Person ein kritisches Maß überschritten hatten. Im Nachhinein offenbar der richtige Schritt, wenn man das Schicksal anderer Kollegen wie Deniz Yücel betrachtet. Ein brisantes und hochaktuelles Thema, über das Kazim im Anschluss an die Lesung gerne mit den Gästen diskutiert.
Über Leben! | Hasnain Kazim – Erdoğan und das Ende der Demokratie am Bosporus | Mi 8.11. 20 Uhr | Katakomben-Theater im Girardethaus | Girardetstraße 10, 45131 Essen | www.ueber-leben.net
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